Den Gartenboden verbessern – aber wie?
Mai 24, 2009

Viele Gartenbesitzer klagen über einen vermeintlich schlechten Boden. Dabei ist es in der Regel nicht der Untergrund, welcher schlecht ist. Vielmehr stehen meist einfach nur die falschen Gewächse am falschen Platz. Die richtige Pflanzenauswahl sorgt jetzt im Frühjahr für nachhaltigen Erfolg im hauseigenen Beet. MAIK RÜBNER Gartenarchitektur & Landschaftsbau sagt, worauf Sie dabei achten müssen.
Dipl.-Ing. Maik Rübner hat es oft mit besonders extremen Böden zu tun: In weiten Teilen seines Tätigkeitsgebietes hat die letzte Eiszeit feine Sande abgelagert, die in vielen Stadtvierteln auch die Gartenböden prägen. „Unsere humosen Sandböden sind nach mehreren Sonnentagen bereits im Mai staubtrocken“, erzählt er. Der Sand lässt den Regen in kürzester Zeit in Richtung Grundwasser abfließen, und dabei nimmt das Wasser auch einen großen Teil der Pflanzennährstoffe mit. Im Sommer haben Stauden und Gehölze deswegen nicht nur mit Trockenheit zu kämpfen, sondern auch mit Nährstoffarmut. Für den Garten- und Landschaftsbauingenieur aus Leipzig heiß das, auf viele bei Gartenbesitzern beliebte Pflanzen zu verzichten. „Dafür gedeihen zahlreiche silberlaubige Stauden und an trockene Standorte angepasste Knollenpflanzen gut“, tröstet Maik Rübner, Geschäftsführer des gleichnamigen Garten- und Landschaftsbaubetriebes. Beliebte Gartenstauden wie Frauenmantel, Iris, Storchschnabel und Taglilie kämen wegen ihrer geringen Ansprüche an den Standort ohnehin auch mit dem Sandboden gut zurecht.
Richtig schwierig sind aber nicht die trockenen Böden. Kompliziert wird es erst, wenn nasse Tone oder Lehme das Ausgangsmaterial für den Gartenboden bilden: Schon geringer Bodendruck kann dann für Verdichtung sorgen, die den Gartenpflanzen das Überleben durch Staunässe und Sauerstoffmangel schwer macht. Wer solche Böden in seinem Garten vorfindet, muss entweder besonders sorgfältig bei der Pflanzenauswahl vorgehen oder aufwändige Bodenverbesserungsmaßnahmen durchführen. Aber statt teure Drainagen zu verlegen, empfiehlt Rübner mit Pflanzen zu arbeiten, die von Natur aus in wechselfeuchten Bereichen zu Hause sind; Wiesen-Iris etwa, Ziest-Arten oder der prächtige Blutweiderich. Überall da, wo Flüsse länger über die Ufer treten und Pflanzen auch in Überschwemmungsperioden die Möglichkeit zum Luft holen haben müssen, finden sich Anregungen für die Pflanzenverwendung im Garten. Der Purpur-Wasserdost (Eupatorium atropurpureum) etwa, der über 2,50m hoch werden kann und einen imposanten Hintergrund für Staudenpflanzungen bildet, die filigrane Wiesenraute (Thalictrum) oder der Langblättrige Ehrenpreis (Pseudolysimachia) – lauter tolle Pflanzentipps für feuchte Böden. Auch Binsen (Juncus), Seggen (Carex) und Simsen (Scirpus) – alles Gruppen von Gräsern, die an feuchte Standorte angepasste Arten hervorgebracht haben – lassen sich in die Gestaltung einbeziehen. „Ein ganz besonderer Pflanzentipp für feuchte Standorte ist der Königsfarn“, verrät Maik Rübner. „Der prächtige heimische Farn wirkt auch noch im Herbst durch seine sporentragenden Wedel, die sich aus dem Trichter erheben“, so der Garten- und Landschaftsbauingenieur.
Auch wenn der Gartenboden selbst für die Pflanzen oft gar nicht das Problem ist, so sind es doch die Bodenverhältnisse. Denn gerade in Neubaugebieten hat der Generalunternehmer den vom Baustellenverkehr verdichteten Unterboden oft einfach mit ein paar Lastwagen „Mutterboden“ kaschiert. Statt den Unterboden durch tiefgründiges Pflügen wieder für Wasser und Luft durchlässig zu machen, schiebt der beauftragte Landschaftsbaubetrieb häufig einfach eine dünne Schicht lockerer Erde darüber. „Wer das beim Einzug nicht erkennt und sofort reklamiert, wird nie richtig Freude mit seinen Gartenpflanzen haben“, sagt Dipl.-Ing. Matthias Käsebier, Bauleiter bei MAIK RÜBNER Gartenarchitektur & Landschaftsbau. „Sobald Bäume und Sträucher mit ihren Wurzeln den verdichteten Horizont im Boden erreicht haben, ist nur noch Kümmerwuchs angesagt.“ Wenn dann der frisch angedeckte Boden auch noch im nächsten Baugebiet abgetragen wurde und voller Quecken-, Distel- und Schachtelhalmrhizome im zukünftigen Garten landet, sei der Frust vorprogrammiert, so Käsebier. Aber grundsätzlich gäbe es keinen Grund, den Boden als schlecht zu qualifizieren: „Wenn keine Schadstoffbelastungen oder Verdichtungen vorliegen, lässt sich mit einer guten Pflanzenauswahl auf jeden Boden eingehen“, davon ist Rübner überzeugt.






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